Nachschlagewerk
Jagdsprache-Lexikon
Die Waidmannssprache verständlich erklärt — 247 Begriffe von Lauscher bis Bruch, prüfungsnah für die Jagdprüfung im Aargau.
A
- ÄfterungBrauchtumDas Kennzeichnen eines Fährtenbruchs mit einem kleinen Querbruch, um das Geschlecht des geflüchteten Wildes anzuzeigen.
- AlttierWildkundeEin weibliches, bereits ausgewachsenes Stück Rotwild, das in der Regel ein Kalb führt.
- AnschussJagdpraxisDer Ort, an dem das Wild im Moment des Schusses stand; hier werden die Pirschzeichen gesucht.
- AnschussbruchJagdpraxisEin Zweig, der die genaue Stelle markiert, an der das Wild im Moment der Schussabgabe stand, um eine allfällige Nachsuche zu erleichtern.
- AnsitzJagdpraxisDie wartende Jagd von einem (Hoch-)Sitz aus.
- AnsitzjagdJagdpraxisEine passive Jagdform, bei der der Jäger an Erfolg versprechenden Stellen im Revier verharrt und auf das austretende Wild wartet.
- AnsprechenJagdpraxisDas genaue Beurteilen des Wilds vor dem Schuss — Art, Geschlecht, Alter und Erlegbarkeit.
- anstreichenJagdpraxisDas Abstützen der Jagdwaffe an einem natürlichen Hindernis wie einem Baum, um die Schussabgabe zu stabilisieren.
- anwechselnWildkundeDas ruhige, unerschrockene und langsame Annähern von Wild auf seinen gewohnten Pfaden in Richtung der Schützen.
- ApportHundewesenDas Herbeibringen des erlegten oder kranken Wilds durch den Jagdhund.
- äsenWildkundeDas Aufnehmen von pflanzlicher Nahrung durch das Schalenwild.
- ÄserAnatomieDas Maul des wiederkäuenden Schalenwilds (Reh, Rotwild, Gämse).
- ÄsungLebensraumDie Nahrung des Wilds bzw. die Nahrungsaufnahme selbst.
- AufbrechenWildbretDas Öffnen des erlegten Wilds und das Entnehmen der Innereien.
- äugenWildkundeDas Sehen oder optische Wahrnehmen durch das Wild.
- Aus der Decke schlagenWildbretDas Abziehen des Fells (der Decke) bei Reh- und Rotwild.
B
- BacheWildkundeDas weibliche Schwarzwild.
- BalgAnatomieDas Fell von Haarraubwild und Hasen, etwa Fuchs, Dachs oder Feldhase.
- BastAnatomieDie samtartige, stark durchblutete Haut, die das heranwachsende Geweih während der Wachstumsphase schützt und nährt.
- BaujagdJagdpraxisDie Bejagung von im Erdboden lebenden Wildtieren wie Fuchs oder Dachs mithilfe von kleinen, wendigen Erdhunden.
- BehangHundewesenDie Ohren des Jagdhundes, insbesondere wenn es sich um hängende Ohren handelt.
- BeihirschWildkundeEin meist jüngerer oder schwächerer Hirsch, der sich am Rande eines Brunftrudels aufhält.
- BeizjagdJagdpraxisDie traditionelle Jagd auf Niederwild unter dem Einsatz von ausgebildeten Greifvögeln.
- BeschlagenWildkundeDer jagdliche Fachausdruck für den Paarungsakt beim Schalenwild, wie beispielsweise beim Rehwild.
- BettWildkundeDie Stelle am Boden, an der das Wild liegt, um zu ruhen oder zu schlafen.
- BlattAnatomieDer Schulterbereich des Wilds — zugleich die wichtigste Trefferzone (Blattschuss).
- BlattenJagdpraxisDas gezielte Nachahmen von Lautäusserungen des Rehwilds während der Paarungszeit, um den Rehbock anzulocken.
- BlattjagdJagdpraxisEine spezielle Form der Lockjagd während der Rehbrunft, bei der die Paarungsrufe der Geiss imitiert werden, um den Rehbock anzulocken.
- BlattschussJagdpraxisEin optimaler Treffer in die Kammer (Brustkorb) des Wildes, der Herz und Lunge zerstört und zum schnellen Tod führt.
- BlattzeitWildkundeDie Paarungszeit (Brunft) des Rehwilds im Hochsommer (Juli/August).
- BlumeAnatomieDer kurze Schwanz des Rehs (und des Hasen).
- BockWildkundeDas männliche Reh (Rehbock).
- BrackierenHundewesenDie traditionelle Jagd mit spurlauten Hunden, welche die Fährte von Hasen oder Füchsen lautgebend verfolgen, sodass das Wild im Kreis vor die Schützen läuft.
- BruchBrauchtumEin abgebrochener Zweig, der in der Jägersprache als Zeichen dient — etwa als letzter Bissen, Beute- oder Schützenbruch.
- BruchgerechtBrauchtumBezeichnung für die fünf traditionellen Baumarten Eiche, Fichte, Erle, Kiefer und Tanne, die für jagdliche Brüche verwendet werden dürfen.
- BruchzeichenBrauchtumEin abgebrochener Zweig einer bestimmten Baumart, der Jägern zur lautlosen Verständigung im Revier oder für traditionelle Bräuche dient.
- BrunftWildkundeDie Paarungszeit des Rot-, Dam- und Gämswilds (Herbst).
- BrunftfeigenAnatomieHautdrüsen hinter den Hörnern des Gamsbocks, die besonders während der Paarungszeit ein stark duftendes Sekret zur Reviermarkierung absondern.
- BrunftkugelnAnatomieDie Hoden des männlichen Schalenwilds.
- BuschierenHundewesenDas systematische Absuchen von deckungsreichem Gelände durch einen kurz jagenden Hund in unmittelbarer Nähe des Jägers.
D
- DeckeAnatomieDas Fell (die Haut) von Reh- und Rotwild.
- DickgehenWildkundeDer Zustand der Trächtigkeit beim weiblichen Haarwild.
- DrosselAnatomieDie Luftröhre des Schalenwildes.
- DrückjagdJagdpraxisEine Form der Gesellschaftsjagd, bei der Treiber und Hunde das Wild behutsam aus der Deckung bewegen, damit es den Schützen langsam und vertraut anwechselt.
- DünnungAnatomieDie weiche Flanke beziehungsweise die Bauchwand des Schalenwilds.
- DurchgehschützeJagdpraxisEin bewaffneter Jäger, der sich zusammen mit der Treiberwehr und den Hunden durch das Dickicht bewegt, um Wild aufzumüden oder krankes Wild abzufangen.
E
- EinstandLebensraumDer bevorzugte Aufenthalts- und Ruheplatz des Wilds, der Deckung bietet.
- EissprosseAnatomieDie zweite Sprosse am Geweih des Rothirsches, die sich direkt über der untersten Sprosse (Augsprosse) befindet.
- EntenstrichJagdpraxisDer regelmässige Flug von Wildenten in der Dämmerung zwischen ihren Tageseinständen und den nächtlichen Nahrungsflächen.
- erlegenJagdpraxisDas tierschutzgerechte, handwerklich korrekte und waidgerechte Töten von Wildtierarten bei der Jagdausübung.
- ErlegerbruchBrauchtumEin kleiner, meist von einer bruchgerechten Holzart stammender Zweig, der dem erfolgreichen Jäger als Ehrung für das Erlegen von Schalenwild überreicht und traditionell an der rechten Hutseite getragen wird.
F
- FäheWildkundeDas weibliche Raubwild, etwa beim Fuchs oder Dachs.
- FährteJagdpraxisDie Spur des Schalenwilds im Boden.
- FährtenbruchBrauchtumEin auf dem Boden liegender, halbarmlanger Zweig, der die Fluchtrichtung des beschossenen Wildes signalisiert.
- FangHundewesenDas Maul des Jagdhundes sowie von Raubwild.
- FärbenWildkundeDer herbstliche oder frühjährliche Wechsel des Haarkleids beim Wild.
- FedernHundewesenDie längeren, fransenartigen Haare an den Rückseiten der Läufe bei langhaarigen Jagdhunderassen.
- fegenWildkundeDas Reiben des fertig ausgebildeten Geweihs an Sträuchern und Bäumen, um die abgestorbene Basthaut zu entfernen.
- FeuchtblattAnatomieDie Bezeichnung für das äussere weibliche Geschlechtsorgan beim Schalenwild.
- FeuchtgliedAnatomieDas männliche Glied des Jagdhundes sowie von männlichem Schalenwild.
- FiepenJagdpraxisDer feine Lockton des Rehwilds, mit dem Geiss und Kitz kommunizieren und der bei der Blattjagd vom Jäger imitiert wird.
- firmHundewesenDie Bezeichnung für einen fertig ausgebildeten, erfahrenen und im Jagdbetrieb absolut zuverlässigen Jagdhund.
- FlehmenWildkundeDas charakteristische Hochziehen der Oberlippe beim Schalenwild, um die Witterung eines brunftigen weiblichen Tieres aufzunehmen.
- flüchtigJagdpraxisEin Zustand, in dem sich das Wild im schnellen Lauf beziehungsweise auf der Flucht befindet.
- forkelnWildkundeDas Zustossen oder Verletzen eines anderen Tieres mit den Geweihspitzen.
- fortbaumenJagdpraxisDas Auffliegen und Sich-Entfernen von Federwild von einem Baum oder Ast.
- FrischlingWildkundeDas Jungtier des Schwarzwilds im ersten Lebensjahr.
- FuchskernJagdpraxisDer nackte Tierkörper des Fuchses, nachdem ihm das Fell, der sogenannte Balg, abgezogen wurde.
- führendJagdpraxisBezeichnung für ein weibliches Wildtier, das von seinen noch unselbstständigen Jungen begleitet und betreut wird.
- Fürst-Pless-HornJagdpraxisEin kleines, kreisrund gewickeltes Jagdhorn in B-Stimmung, das vor allem für das Blasen von Jagdsignalen im Revier genutzt wird.
G
- GaltgeissWildkundeEine ältere, weibliche Rehgeiss, die im laufenden Jahr kein Kitz führt.
- GeäfterAnatomieDie hinteren, höher gelegenen Afterklauen des Schalenwilds.
- GebrechAnatomieDas Maul des Schwarzwilds.
- GeheckWildkundeDie gesamte Jungtierschar eines Wurfes beim Raubwild, insbesondere die jungen Füchse eines Gehecks.
- GehörnAnatomieDer Kopfschmuck des Rehbocks.
- GeissWildkundeDas weibliche Reh (in der Schweiz gebräuchlich) sowie die weibliche Gämse.
- GeläufJagdpraxisDie Gesamtheit der Fussabdrücke, die von Federwild auf dem Boden hinterlassen werden.
- GesäugeAnatomieDas Milchorgan der weiblichen Wildschweine.
- GescheideAnatomieDie Eingeweide (der Magen-Darm-Trakt) des Wilds.
- GeschrötHundewesenDie Hoden des männlichen Hundes (Rüden) sowie von männlichem Schalenwild.
- GewaffAnatomieDie Eckzähne (Hauer) des Keilers beim Schwarzwild.
- GewehreAnatomieDie dolchartigen, ständig wachsenden Eckzähne im Unterkiefer des männlichen Wildschweins.
- GeweihAnatomieDer jährlich neu gebildete, verzweigte Kopfschmuck des Rothirschs.
- GlockeAnatomieEin behaarter Hautsack, der beim Elchwild an der Unterseite des Halses herabhängt.
- GrandelnAnatomieDie als Trophäe begehrten Eckzähne im Oberkiefer von Hirschartigen, insbesondere beim Rothirsch.
- gründelnWildkundeDie typische Art der Nahrungsaufnahme von Enten, bei der der Kopf unter Wasser getaucht und das Hinterteil nach oben gestreckt wird.
H
- HaarwildWildkundeEin Sammelbegriff für alle dem Jagdrecht unterstellten Säugetiere, im Gegensatz zum Federwild.
- HadererAnatomieDie oberen Eckzähne des Keilers, die als Reibefläche zum Schärfen der unteren Gewehre dienen.
- HakenAnatomieDie im Vergleich zum Keiler wesentlich kleineren Eckzähne der weiblichen Wildsau.
- HalsungHundewesenDas spezielle Halsband, das dem Jagdhund angelegt wird.
- HauptAnatomieDie Bezeichnung für den Kopf des Schalenwildes.
- HauptbruchJagdpraxisEin grosser, auffällig platzierter Zweig, der die Aufmerksamkeit von Jägern erregen soll und auf weitere Zeichen hinweist.
- himmelnJagdpraxisDas steile, fast senkrechte Aufsteigen von angeschossenem Federwild in der Luft, kurz bevor es tot zu Boden stürzt.
- hochbeschlagenWildkundeDer Zustand von weiblichem Schalenwild in der späten Phase der Trächtigkeit.
- hochflüchtigWildkundeDie schnelle, panische Flucht von Wild, meist ausgelöst durch plötzliches Aufschrecken oder zu schnelle Hunde.
- hochmachenJagdpraxisDas gezielte Aufscheuchen oder Aufschrecken von Wild aus seiner Deckung, meist durch die Arbeit des Jagdhundes.
- HühnergalgenJagdpraxisEine Tragehilfe aus Lederriemen und Schlaufen, die am Gürtel befestigt wird, um erlegtes Federwild einfach transportieren zu können.
I
J
- JägerlateinBrauchtumHumorvolle, stark übertriebene oder frei erfundene Berichte über jagdliche Erlebnisse und Beuteerfolge.
- JägerrechtRechtDer traditionelle Anspruch des Erlegers oder des Hundeführers auf bestimmte Teile des aufgebrochenen Wildes, wie zum Beispiel das Geräusch (Herz, Lunge, Leber).
- JungjägerJagdpraxisEin Jäger, der erst kürzlich die Jagdausbildung erfolgreich abgeschlossen hat und am Anfang seiner praktischen Laufbahn steht.
K
- KahlwildWildkundeDie Gesamtheit der weiblichen Stücke und der Kälber beim Rotwild.
- KalbWildkundeDas Jungtier des Rotwilds im ersten Lebensjahr.
- KeilerWildkundeDas männliche Schwarzwild.
- kekernWildkundeEine keckernde, meckernde Lautäusserung des Fuchses, die vor allem bei Erregung, Streitigkeiten oder in der Ranzzeit zu hören ist.
- KirrungJagdpraxisEine kleine Lockfütterung, vor allem zur Bejagung des Schwarzwilds.
- KitzWildkundeDas Jungtier von Reh und Gämse im ersten Lebensjahr.
- klagenWildkundeDas Ausstossen von lauten, klagenden Angst- oder Schmerzensschreien durch ein verletztes oder in Bedrängnis geratenes Wildtier.
- Kleines JägerrechtBrauchtumDie essbaren Innereien des Wildes wie Herz, Leber, Lunge, Milz und Nieren, die traditionell dem Erleger zustehen.
- KornJagdpraxisDie vordere Erhebung auf dem Lauf einer Jagdwaffe, die in Kombination mit der Kimme als mechanische Visierung dient.
- KrellschussJagdpraxisEin Treffer, der die Dornfortsätze der Wirbelsäule verletzt und das Wild kurzzeitig betäubt, woraufhin es meist wieder flüchtet.
- KruckenAnatomieDie Hörner der Gämse (bei beiden Geschlechtern vorhanden).
- KugelrissJagdpraxisDie Einschlagstelle des Projektils im Boden oder in der Vegetation hinter dem beschossenen Wildtier.
- KugelschlagJagdpraxisDas dumpfe Geräusch, das entsteht, wenn das abgefeuerte Projektil auf den Körper des Wildes trifft.
- KurzwildbretAnatomieDie Hoden des männlichen Schalenwilds.
L
- LaufHundewesenDas Bein des Jagdhundes sowie von Schalenwild.
- LäufeAnatomieDie Beine des Wilds.
- LauscherAnatomieDie Ohren des Schalenwilds wie Reh, Rotwild und Gämse.
- LeckerAnatomieDie Zunge des Schalenwilds.
- LefzenHundewesenDie Lippen des Jagdhundes, die bei manchen Rassen stark herabhängen und auch der Temperaturregelung dienen.
- Letzter BissenBrauchtumEin Bruch (Zweig), der dem erlegten Wild in den Äser gelegt wird — eine Ehrerweisung an das Tier.
- Letzter BruchBrauchtumEin Zweig, der einem verstorbenen Jagdkameraden als letzte Ehrung ins Grab gelegt wird, oder dem erlegten Wild als Respektbezeugung im Äser platziert wird.
- LichterAnatomieDie Augen des Schalenwilds.
- LockjagdJagdpraxisEine Jagdart, bei der das Wild durch künstlich nachgeahmte Stimmen, Rufe oder Gerüche in die Nähe des Jägers gelockt wird.
- LosungWildkundeDie festen Ausscheidungen des Wildes, die dem Jäger wichtige Hinweise auf Wildart und Anwesenheit geben.
- LuderplatzJagdpraxisEin speziell angelegter Platz im Revier, an dem fleischliche Köder ausgelegt werden, um Raubwild anzulocken.
- LunteAnatomieDer Schwanz des Fuchses.
M
- mahnenWildkundeDas Ausstossen eines leisen, nasalen Lock- oder Verständigungslauts durch das weibliche Rotwild.
- MittelsprosseAnatomieDie mittlere Seitensprosse am Geweih des Rothirsches, die sich zwischen der Augsprosse und der Krone befindet.
- MönchWildkundeEin männlicher Hirsch, der aufgrund einer genetischen Veranlagung oder Verletzung dauerhaft kein Geweih trägt.
- MorgenstrichJagdpraxisDer morgendliche Flug von Federwild, insbesondere von Waldschnepfen oder Enten, zu ihren Nahrungs- oder Ruheplätzen.
N
- NachsucheJagdpraxisDie Suche nach beschossenem Wild, meist mit einem geeigneten Hund an der Schweissfährte.
- NachsuchenbruchBrauchtumEin zweiteiliger Zweig, der nach einer erfolgreichen Suche nach verletztem Wild dem Schützen übergeben wird, wobei ein Teil an den Hund geht.
- NachsuchengespannHundewesenEin eingespieltes Team aus einem erfahrenen Hundeführer und einem speziell geprüften Schweisshund für anspruchsvolle Nachsuchen.
- nässenWildkundeDer waidmännische Begriff für das Urinieren von Schalenwild.
- niedertunWildkundeDas Hinlegen des Wildes an einem geschützten Platz, um zu ruhen oder die Nahrung wiederzukäuen.
- NiederwildRechtSammelbegriff für alle jagdbaren Tierarten, die nicht zum Hochwild zählen, wie beispielsweise Hasen, Füchse und diverses Federwild.
O
P
- ParforcehornJagdpraxisEin grosses, meist zweifach gewundenes Jagdhorn mit tiefem, vollem Klang, das ursprünglich bei der Hetzjagd verwendet wurde.
- PechbockWildkundeEin Rehbock mit auffallend dunklem, fast schwarzem Geweih, oft bedingt durch das Fegen an harzreichen Bäumen.
- PerleAnatomieKleine, rundliche Erhebungen auf den Stangen des Geweihs von Schalenwild.
- PerückenhirschWildkundeEin Hirsch mit einer krankhaften, filzigen Wucherung des Geweihs, die nicht mehr gefegt wird.
- PetschaftAnatomieDie rundliche, siebartig strukturierte Abrissfläche an der Basis einer abgeworfenen Geweihstange.
- PfotenAnatomieDie Füsse des Jagdhundes.
- PinselAnatomieDas herabhängende Haarbüschel an der Behaarung des männlichen Gliedes bei Schalenwild.
- PirschJagdpraxisDie Jagd, bei der man sich zu Fuss langsam und leise an das Wild heranschleicht.
- PirschenJagdpraxisDas leise, vorsichtige und langsame Annähern an das Wild zu Fuss, um unbemerkt in eine günstige Schussposition zu gelangen.
- PirschjagdJagdpraxisEine aktive Jagdmethode, bei welcher der Jäger versucht, sich dem Wild unbemerkt und leise bis auf Schussdistanz zu nähern.
- PirschzeichenJagdpraxisHinweise am Anschuss wie Schweiss, Haare oder Knochenstücke, die Aufschluss über den Treffer geben.
- PlatzbockWildkundeDer dominante und meist stärkste Rehbock in einem bestimmten Revierabschnitt, der sein Territorium gegen Rivalen verteidigt.
- plätzenWildkundeDas Freischarren des Bodens durch Schalenwild mit den Vorderläufen, um Duftmarken zu setzen.
- PlatzhirschWildkundeDer dominante Hirsch, der den Brunftplatz behauptet und das dortige Kahlwildrudel beschlägt.
- PrellsprungWildkundeEin typischer Fluchtsprung des Damwildes, bei dem das Tier mit allen vier Läufen gleichzeitig steifbeinig in die Höhe springt.
- PürzelAnatomieDer Schwanz des Schwarzwilds.
R
- RammelzeitWildkundeDie Paarungszeit von Feldhasen und Wildkaninchen.
- RammlerWildkundeDer männliche Feldhase oder das männliche Wildkaninchen.
- RanzzeitWildkundeDie Paarungszeit des Raubwilds wie Fuchs und Dachs (Winter).
- RauschzeitWildkundeDie Paarungszeit des Schwarzwilds.
- RehgeissWildkundeDas ausgewachsene weibliche Rehwild (in Deutschland meist als Ricke bezeichnet).
- RiegeljagdJagdpraxisDie in der Schweiz übliche Bezeichnung für eine Gesellschaftsjagd, bei der das Wild durch Treiber und Hunde ruhig aus den Einständen bewegt wird.
- RöhrenWildkundeDer laute Brunftschrei des Rothirschs.
- RoseAnatomieDer wulstige Ansatzkranz, an dem Geweih oder Gehörn aus dem Schädel wächst.
- rote ArbeitJagdpraxisTraditioneller Begriff für das Aufbrechen, Ausweiden und Zerlegen des erlegten Wildkörpers.
- RuteAnatomieDer Schwanz des Jagdhundes.
S
- SalzleckeJagdpraxisEine künstlich angelegte Einrichtung im Revier, an der Salzsteine platziert werden, um das Wild mit lebenswichtigen Mineralstoffen zu versorgen und es an bestimmte Orte zu lenken.
- SaubartBrauchtumEin traditioneller Hutschmuck für Jäger, der aus den langen Rückenborsten des Wildschweins gefertigt wird.
- Sauerländer HalbmondJagdpraxisEin halbmondförmig gebogenes Jagdhorn ohne Windungen, das traditionell bei Treibjagden eingesetzt wird.
- SchalenAnatomieDie Hufe (Klauen) des Schalenwilds — daher der Name.
- SchaleneingriffJagdpraxisDeutliche Bodenverletzungen, die durch die Hufe (Schalen) des flüchtenden Wildes beim plötzlichen Abspringen oder Beschleunigen entstehen.
- SchalenwildWildkundeEine Sammelbezeichnung für alle dem Jagdrecht unterliegenden Huftiere, deren Klauen in der Jägersprache als Schalen bezeichnet werden.
- SchauflerWildkundeEin männlicher Damhirsch, der aufgrund seines Alters flächig verbreiterte Geweihenden, die sogenannten Schaufeln, ausgebildet hat.
- SchildAnatomieDie stark verdickte Hautpartie im Schulterbereich von älteren, männlichen Wildschweinen.
- SchlauchAnatomieDie hohle Hornscheide bei Hornträgern, die auf dem knöchernen Stirnzapfen aufsitzt und im Gegensatz zum Geweih nicht abgeworfen wird.
- SchlundAnatomieDie Speiseröhre des Schalenwildes.
- SchmalrehWildkundeEin einjähriges weibliches Reh, das noch kein Kitz geführt hat.
- SchmalspiesserWildkundeEin einjähriger, männlicher Hirsch, dessen erstes Geweih aus zwei einfachen, unverzweigten Spiessen besteht.
- SchmaltierWildkundeEin einjähriges, weibliches Stück Rotwild, das noch kein Kalb geboren hat.
- SchnalleHundewesenDas äussere weibliche Geschlechtsorgan der Hündin sowie von weiblichem Schalenwild.
- SchneckenAnatomieDie kreisförmig nach hinten und unten gewachsenen, dauerhaften Hörner des Muffelwidders.
- SchnitthaarJagdpraxisDie durch das eindringende Geschoss abgeschnittenen Haare des Wildkörpers, die am Anschuss Aufschluss über den Treffersitz geben.
- SchreckenWildkundeDer bellende Warnlaut des Rehs.
- SchusszeichenJagdpraxisAlle akustischen und optischen Signale, die beim Auftreffen des Geschosses auf das Wild oder am Anschuss wahrnehmbar sind.
- SchützenbruchBrauchtumEin kleiner, meist nadelholzener Zweig, den der erfolgreiche Jäger als Zeichen des Jagderfolgs an der rechten Hutseite trägt.
- SchwarteAnatomieDie Haut des Schwarzwilds (Wildschwein).
- SchwarzwildWildkundeDie waidmännische Bezeichnung für Wildschweine.
- SchweissJagdpraxisDas Blut des Wilds.
- SchweisshundHundewesenEin für die Nachsuche auf verletztes Schalenwild spezialisierter Jagdhund, der besonders spurtreu auf der Wundfährte arbeitet.
- sich drückenWildkundeDas flache Anpressen von Wild, insbesondere Niederwild wie Feldhasen, an den Boden, um bei Gefahr durch Tarnung unentdeckt zu bleiben.
- sichernWildkundeDas aufmerksame Beobachten und Prüfen der Umgebung durch das Wild mit allen Sinnen, um Gefahren frühzeitig zu erkennen.
- SpiegelAnatomieDer helle Fellfleck am Hinterteil von Reh- und Rotwild.
- SpiesserWildkundeEin junger Rehbock oder Hirsch mit noch unverzweigten Stangen.
- SprengfiepWildkundeEin besonders gequält klingender Laut, den die Geiss ausstösst, wenn sie vom Rehbock intensiv getrieben wird. Dieser Ton signalisiert höchste Paarungsbereitschaft und lockt oft den dominanten Bock an.
- SprengrufWildkundeDie charakteristische, abgehackte Lautäusserung des Hirsches, die ausgestossen wird, wenn er das weibliche Wild treibt.
- SpurlautHundewesenDas anhaltende Bellen des Jagdhundes, während er der unsichtbaren Duftspur des Wildes folgt, um dieses anzukündigen und zu warnen.
- StandplatzbruchBrauchtumEin senkrecht in den Boden gesteckter Zweig mit entfernten unteren Seitenästen, der dem Jäger seinen zugewiesenen Platz bei einer Gesellschaftsjagd anzeigt.
- StichAnatomieDer vorderste Bereich der Brust beim Schalenwild.
- StöbernHundewesenDie Jagdart, bei der ein oder mehrere Hunde selbstständig und lautgebend ein Waldstück nach Wild absuchen, um es vor die Schützen zu treiben.
- StreckeJagdpraxisDie Gesamtheit des auf einer Jagd erlegten Wilds; am Ende wird die Strecke geordnet gelegt.
- StreckelegenBrauchtumDas feierliche und nach festen Regeln geordnete Auslegen des erlegten Wildes auf einer Strecke aus Tannenzweigen, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.
- Stroh'sches ZeichenWildkundeEine fühlbare Epiphysenfuge am Vorderlauf junger Feldhasen, die als Merkmal zur Altersbestimmung dient.
- StückWildkundeEin einzelnes Tier des Haar- oder Federwilds, unabhängig von dessen genauer Art, Alter oder Geschlecht.
- SuhleLebensraumEine schlammige Mulde, in der sich Schwarz- und Rotwild zum Baden und zur Fellpflege wälzen.
T
- TellerAnatomieDie Ohren des Schwarzwilds.
- TierWildkundeDas weibliche Rotwild (die Hirschkuh).
- TotsucheJagdpraxisDie Nachsuche mit einem Jagdhund auf Wild, das nach dem Schuss mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in der Nähe verendet ist.
- TotverbellerHundewesenEin Jagdhund, der beim Auffinden von verendetem Wild so lange laut bellt, bis der Jäger am Fundort eintrifft.
- TrägerAnatomieDer Hals des Schalenwilds.
- TrauerbruchBrauchtumEin Zweig, der als Zeichen der Trauer um einen verstorbenen Jagdkameraden auf der linken Hutseite getragen und anschliessend ins offene Grab geworfen wird.
- TrittsiegelJagdpraxisDer im Boden hinterlassene Abdruck eines einzelnen Fusses von Wildtieren.
U
V
- VerblasenBrauchtumDas Blasen von traditionellen Jagdsignalen auf dem Jagdhorn zu Ehren des erlegten Wildes an der Strecke.
- verbrechenBrauchtumDas Kennzeichnen von jagdlich bedeutsamen Punkten, wie dem Anschuss, durch das Auslegen oder Anbringen von abgebrochenen Zweigen.
- verendenWildkundeDer waidmännische Begriff für das Sterben von Wildtieren.
- verhoffenWildkundeDas plötzliche Verharren und Sichern des Wildes, um die Umgebung nach Gefahren abzusuchen.
- vernehmenWildkundeDas Hören oder akustische Wahrnehmen von Geräuschen durch das Wild.
- VierläuferHundewesenEine traditionelle, bildhafte Bezeichnung für den Jagdhund.
- VorstehenHundewesenDas regungslose Verharren des Hundes, mit dem er gefundenes Wild anzeigt.
W
- WachlerBrauchtumDer alpine und in der Schweiz gebräuchliche Begriff für den Gamsbart, der aus den langen Rückenhaaren des Gamsbocks hergestellt und als Hutschmuck getragen wird.
- WaidblattJagdpraxisEin schweres, breites Jagdmesser, das traditionell zum Abfangen von Wild oder beim Streckelegen verwendet wird.
- WaidgerechtigkeitBrauchtumDer ungeschriebene Ehrenkodex der Jägerschaft, der den respektvollen Umgang mit dem Wild und der Natur vorschreibt. Er verlangt unter anderem, dem Tier unnötiges Leiden zu ersparen.
- WaidlochHundewesenDie Bezeichnung für den After des Jagdhundes sowie von Wildtieren.
- WaidlochschnittJagdpraxisEin spezieller Schnitt beim Aufbrechen des erlegten Wildes, mit dem der Enddarm sauber umschnitten und ausgelöst wird. Dies verhindert eine Verunreinigung des Fleisches.
- WaidmannBrauchtumDie im Schweizer Sprachraum traditionelle und etablierte Bezeichnung für den Jäger.
- WaidmannsdankBrauchtumDie rituelle Erwiderung des Schützen auf den Glückwunsch «Waidmannsheil» nach dem Erlegen von Wild.
- WaidmannsheilBrauchtumDer traditionelle Jägergruss und Glückwunsch zum erlegten Wild; die Antwort lautet «Waidmannsdank».
- WaidmannsspracheBrauchtumDie traditionelle Fach- und Zunftsprache der Jägerschaft, die zur präzisen und respektvollen Verständigung über Wild, Jagdhunde und Jagdpraxis dient.
- WaidsackAnatomieDie waidmännische Bezeichnung für den Pansen beziehungsweise den Magen von wiederkäuendem Schalenwild.
- WaidwerkBrauchtumDie waidgerechte Ausübung der Jagd sowie das gesamte traditionelle jagdliche Handwerk und Brauchtum.
- WaidwundschussJagdpraxisEin Fehlschuss, der das Wild im Bauchraum trifft und die Verdauungsorgane verletzt. Dies führt zu einem qualvollen Tod des Tieres und erfordert eine schwierige Nachsuche.
- WarnbruchJagdpraxisEin zum Kreis gebundener, rindenloser Zweig, der im Revier gut sichtbar platziert wird, um auf eine Gefahrenstelle wie eine defekte Kanzel hinzuweisen.
- WartebruchBrauchtumEin traditionelles Zeichen aus zwei kreuzweise übereinandergelegten Zweigen, das Jägern einen vereinbarten Treffpunkt oder Warteplatz signalisiert.
- WechselLebensraumDer regelmässig benutzte Weg des Wilds zwischen Einstand und Äsungsfläche.
- WedelAnatomieDer Schwanz des Rotwilds.
- WildWildkundeSammelbegriff für alle freilebenden Säugetiere und Vögel, die gesetzlich dem Jagdrecht unterstellt sind.
- WildbretWildbretDas Fleisch des erlegten Wilds.
- WindJagdpraxisDie Luftströmung, die den menschlichen Eigengeruch transportiert. In der Jägersprache wird damit auch das Witterungsvermögen des Wildes bezeichnet.
- windenWildkundeDas Riechen oder Witterungsnehmen mit dem Geruchssinn.
- WindfangAnatomieDie Nase des Schalenwildes, mit der das Wild Gerüche aufnimmt.
- WintersprungWildkundeDer Zusammenschluss von mehreren Rehen zu einer grösseren Gruppe während der kalten Jahreszeit, um gemeinsam Nahrung zu suchen und Feinde abzuwehren.
- wölfenWildkundeDas Werfen beziehungsweise Gebären von Nachkommen bei hundeartigen Raubwildarten wie dem Fuchs.
- WundfährteJagdpraxisDie Spur aus Schweiss und anderen Pirschzeichen, die ein verletztes Wildtier auf seiner Flucht hinterlässt.
- WurfAnatomieDer Rüssel (die Schnauze) des Schwarzwilds.
Z
- ZeichnenJagdpraxisDie unmittelbare körperliche Reaktion des Wildes im Moment des Kugelaufschlags. Anhand der Bewegung lässt sich oft auf die Trefferlage schliessen.
- ZerwirkenWildbretDas fachgerechte Zerlegen des Wildbrets in seine Teilstücke.
- ZiemerAnatomieDas Rückenstück des Schalenwilds, welches als besonders edles Fleischteil gilt.
- ZügelAnatomieDie beiden markanten, dunklen Längsstreifen im Gesicht der Gemse, die von den Ohren über die Augen bis zum Äser verlaufen.
- zustehenJagdpraxisDas zielgerichtete Annähern von Wild auf den Jäger zu, meist als direkte Reaktion auf einen Lockruf.